Posts Tagged ‘Netzwerk’

Der (Ur-)Verzeichnisdienst NIS / YP

Posted in Netzwerk on Mai 14th, 2010 by Patrick – 1 Comment

Noch bevor LDAP oder Kerberos sich etablieren konnten, war ein Verzeichnisdienst mit dem Namen YP für Yellow Pages und später NIS für Network Information Service in aller Munde. Es war ein Produkt entwickelt von Sun, wodurch man Logininformationen über mehrere Computer hinweg verteilen konnte.

Auch wenn NIS als älter und unsicherer gilt als LDAP, hat es für mich ein klarer Vorteil: es ändert sich nicht immer komplett!
Wer schon mal ein LDAP auf einem Ubuntu Server 8.04 und 8.10 installiert hat, kann nachvollziehen was ich meine. So und damit genug, ich will hier nicht über LDAP herziehen, sondern NIS vorstellen ;)

Ich habe mir also mit NIS und NFS innert wenigen Minuten eine zentrale Benutzerverwaltung mit zentralem Homeverzeichnis eingerichtet. Und wie das geht, folgt hier:

Ich habe mit dem NIS Server begonnen und dazu die Pakete für NFS und NIS aus den Paketquellen installiert.

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apt-get install nfs-kernel-server nis

Während der Installation, nachdem man einen Namen für die Domäne eingegeben hat, versucht apt automatisch den NIS Daemon zu starten, was auf Grund mangelnden Einstellungen aber nie funktionieren wird. Also zurück lehnen, und auf den Fehler warten :)

Nun beginnt die Konfiguration. In der Datei /etc/default/nis wird die NIS-Installation von Client zum Server umgebogen:

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# Are we a NIS server and if so what kind (values: false, slave, master)?
NISSERVER=true
# Are we a NIS client?
NISCLIENT=false

Dann geben wir in der Datei /etc/exports unser Homeverzeichnis frei:

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/home	*(rw,async,no_subtree_check)

Wer es gern sicherer hat, kann den Stern durch einen Computernamen oder eine IP mit Subnet ersetzen, wodurch dann nur der Zugriff von diesen Maschinen aus gestattet ist.

Nun kann man den Daemon neu starten:

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/etc/init.d/nis restart

Und zum Abschluss muss man noch die Maps generieren lassen. Dazu ruft man folgenden Befehl auf:

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Gedanken zu IPv4 / IPv6

Posted in Netzwerk, OpenSource on Januar 21st, 2010 by Patrick – 28 Comments

IPv4 steht für Internet Protocol Version 4 und ist unser aktuelles Internet Protokoll.

In IPv4 sind Adressen, wie sie jeder technisch versiertere User täglich braucht. Sie bestehen aus 32 Bit und werden in 4er Blöcke zu je 8 Bit unterteilt.

Diese 8 Bit sind dann auch der Grund wieso jedes der 4 Blöcke nur eine Zahl von 0 bis 255 beinhalten kann.

Doch in diesen insgesamt 32 Bit liegt auch das Problem. Dadurch lassen sich gerade mal 4’294’967’296 IP Adressen abbilden und diese sind auch bald schon alle Verbraucht…

Laut Schätzungen werden im Jahre 2010 die letzten IPv4 Adressen vergeben und dann ein Jahr später schlussendlich IPv6 Adressen verteilt.

IPv6, gerne auch Internet Protocol next Generation genannt, besteht aus 128 Bit Adressen und kann damit etwa 340 Sextillionen Adressen verwalten. Dadurch muss nicht mehr mit öffentlichen und privaten Adressen gearbeitet werden, sondern jedes Gerät könnte seine eigene feste IP haben, wodurch DHCP Dienste im Grunde genommen überflüssig werden.

Eine IPv6 Adresse kann etwa wie folgt aussehen

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2001:0db8:85a3:08d3:1319:8a2e:0370:7347.

Ich mache mir jedoch ein bisschen Sorgen, wie man sich so eine IP merken soll. Denn wie oft kam es bei Arbeiten im Netzwerk vor, dass man kurz eine IP Adresse merken oder aufschreiben muss. Bei 32 Bit war das ja einfach, doch bei 128 Bit…?

Weiter frage ich mich, wie lange es dauern wird, bis auch der Bereich von IPv6 Adressen zu klein wird… Und was dann? Kommt dann IPv8 mit 1024 Bit und IP Adressen im 100 stelligen Bereich? Und wie sieht dann IPv10 erst aus?

Wo führt das nur hin…

Xymon konfiguration

Posted in Linux, Monitoring, Xymon on Dezember 30th, 2009 by Patrick – 2 Comments

Vor einiger Zeit habe ich über die Installation von Xymon geschrieben. Heute will ich ein paar Worte zu der eigentlich sehr simplen Konfiguration verlieren.

Alle zu überwachenden Servern und Netzwerkkomponenten werden in der Datei /etc/hobbit/bb-hosts eingetragen.

Ein Eintrag ist dabei immer gleich aufgebaut:

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172.16.10.2		voodoo.hswn.dk		# ssh ntp dns bbd apache

Zuerst steht die IP, welche zum überwachen verwendet wird.
Danach folgt der Name, unter welchem alle Stati auf der Seite schlussendlich aufgeführt werden.
Am Schluss, entgegen jeder Logik, stehen auskommentiert die zu überwachenden Funktionen und Dienste.
Im Falle unseres Beispieles sieht das wie folgt aus:

Nun kann man mit Xymon die gängigsten Funktionen und Services überwachen. Jeder Service, den man überwachen will, muss wie obig schon aufgeführt, nach der Raute eingetragen werden.

Die gebräuchlichsten Funktionen sind dabei die folgenden:

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ssh:		Überwacht den SSH Zugriff
ntp:		Überwacht das NTP (Network Time Protokoll)
dns:		Überwacht DNS Funktionen des Servers
bbd:		Überwacht den Xymon Daemon
apache:		Überwacht die Apacheserver-Funktionen
dialup:		Überwacht den Dialup Zugriff
noconn:		Deaktiviert die Überwachung per Ping
smtp:		Überwacht die SMTP Funktion eines Mailservers
pop3:		Überwacht die POP3 Funktion eines Mailservers
imap:		Überwacht die IMAP Funktion eines Mailservers
clamd:		Überwacht den ClamAV-Daemon
dnsreg:		Überwacht den DNS Eintrag auf dessen Gültigkeit
[URL]:		Überwacht den HTTP(S) Zugriff auf die angegebene URL

Alle bisherigen Einstellungen haben sich mit den Funktionen, welche man überwachen will beschäftigt.
Besonders in geschäftlicher Umgebung, wo man sehr viele Server hat, ist es interessant, dass man auch den Look & Feel des Webinterfaces mitbestimmen kann.

So kann man seine gesamte zu überwachenden Komponenten in Server und Services unterteilen:

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page servers Systems
172.16.10.2		voodoo.hswn.dk		# ssh ntp dns bbd apache
[weitere....]
page services Services
172.16.10.2		mail.hswn.dk		# smtp pop3 imap clamd
[weitere...]

Dies hat zur folge, dass man beim Aufrufen des Webinterfaces nicht von hunderten von Servern erschlagen wird, sondern das man zwei Punkte ‘Systems’ und ‘Services’ zur Auswahl hat:

Da die Seite Services wirklich nur für Services gedacht ist, fehlen da auch Überwachungspunkte wie CPU, Disk etc. Diese werden in der Kategorie Servers automatisch zugefügt, und überwachen z.B. die Auslastung der CPU oder freien Speicher der Festplatte.
Dies ist nicht etwa ein Bug, sondern tun bei der Überwachung eines Service einfach nichts zur Sache und wurden absichtlich weggelassen.

Zur weiteren Strukturierung kann man nun auch noch Server und Services innerhalb einer Seite weiter zusammenfassen und gruppieren:

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group-compress <font size="+1">Mail</font>
172.16.10.2		mail.hswn.dk		# smtp pop3 imap clamd
[weitere...]
group-compress <font size="+1">Web</font>
172.16.10.2		www.hswn.dk		# http://www.hswn.dk/ apache
[weitere...]

Dies wiederum zeigt sich im Webinterface wiefolgt:

So nun eine komplette Konfigurationsdatei kann etwa so aussehen:

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# Master configuration file for Hobbit
#
# This file defines several things:
#
# 1) By adding hosts to this file, you define hosts that are monitored by Hobbit
# 2) By adding "page", "subpage", "group" definitions, you define the layout
#    of the Hobbit webpages, and how hosts are divided among the various webpages 
#    that Hobbit generates.
# 3) Several other definitions can be done for each host, see the bb-hosts(5)
#    man-page.
#
# You need to define at least the Hobbit server itself here.
 
0.0.0.0			.default.		# bbd
 
page servers Systems
group-compress <font size="+1">Servers</font>
172.16.10.2     	voodoo.hswn.dk		# ssh ntp dns bbd apache
 
172.16.10.5		miro.hswn.dk		# ssh http://miro.hswn.dk/
 
172.16.10.4		dali.hswn.dk		# ssh dialup
 
group-compress <font size="+1">Test systems</font>
0.0.0.0			osiris.hswn.dk		# dialup
0.0.0.0			localhost		# ssh
 
page services Services
group-compress <font size="+1">Network</font>
147.29.31.155		adsl.hswn.dk		# noconn
 
group-compress <font size="+1">Mail</font>
172.16.10.2     	mail.hswn.dk		# smtp pop3 imap clamd
 
group-compress <font size="+1">Web</font>
172.16.10.2     	www.hswn.dk		# http://www.hswn.dk/ apache
172.16.10.2     	webmail.hswn.dk		# https://webmail.hswn.dk/src/login.php
 
group-compress <font size="+1">News</font>
172.16.10.2     	news.hswn.dk		# nntp
 
group <font size="+1">Domains</font>
0.0.0.0			hswn.dk			# noconn dnsreg
0.0.0.0			storner.dk		# noconn dnsreg
0.0.0.0			storner.com		# noconn dnsreg

Wie das ganze nun schlussendlich aussieht, findet man auf der offiziellen Seite von Xymon.
Auf dieser Seite findet man auch die Konfigurationsdatei, welche ich obig verwendet habe. Wer also nicht meine vereinfachte Version will, kann hier die Originale finden.

Small Brother im eigenen Netwerk

Posted in Monitoring, Ubuntu, Xymon on Dezember 23rd, 2009 by Patrick – 4 Comments

Ich habe vor einiger Zeit mal über die Konfiguration und Anwendung von Nagios geschrieben. Hier will ich mich nun mit einem anderen, leichter einzurichtenden Programm zuwenden.

Nur leichter einzurichten bedeutet alles andere als schlechter! Wenn ich mich Entscheiden müsste zwischen Xymon (ehemals Hobbit) und Nagios, so würde ich für mich persönlich Xymon nehmen, da mich Nagios mit seinen zahlreichen Funktionen direkt überfordert.

Xymon ist mit den Funktionen nicht ganz so umfänglich, deckt aber die wichtigsten ab. So lassen sich mit Xymon Serverkomponenten wie Harddisks, CPU, Memory, Prozesse, aber auch Dienste wie FTP, SSH, SMTP, POP und vieles mehr überwachen.

Doch wenn man so tief ins System eines Servers eingreifen will, dann braucht man meistens auch einen Agent, welcher die ganzen Daten ausliest.

Dieser Agent ist für Debian-basierte Systeme in den Paketquellen verfügbar und kann wie folgt installiert werden:

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sudo apt-get install xymon

Während der Installation wird man nach der IP des Datacollectors gefragt, welcher das Webfrontend und damit die ganzen Daten verwaltet.

Nun muss man zusätzlich auch noch Apache installieren, da, aus welchen Gründen auch immer, dieses Paket nicht als Abhängigkeit eingerichtet wurde:

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sudo apt-get install apache2

Jetzt gilt es noch die Daten aus /etc/hobbit/web über den Browser verfügbar zu machen. Dazu kann man einen Softlink von /var/www zum Ordner mit den Xymon-Webfrontend-Daten:

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sudo ln -s /etc/hobbit/web /var/www/hobbit

Wenn man nun die IP des Datacollectors im Browser aufruft, so wird dieser bereits automatisch überwacht. Es müssen nun also noch weitere Server zugefügt werden.

Dazu editiert man die Datei /etc/hobbit/bb-host:

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sudo vim /etc/hobbit/bb-host

Bei mir sieht die Datei so aus:

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# Master configuration file for Hobbit
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# This file defines several things:
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# 1) By adding hosts to this file, you define hosts that are monitored by Hobbit
# 2) By adding "page", "subpage", "group" definitions, you define the layout
#    of the Hobbit webpages, and how hosts are divided among the various webpages
#    that Hobbit generates.
# 3) Several other definitions can be done for each host, see the bb-hosts(5)
#    man-page.
#
# You need to define at least the Hobbit server itself here.
 
#0.0.0.0    .default.    # NOPROPRED:+apt,+libs
 
#group Servers
127.0.0.1    unix
192.168.1.1    router
192.168.1.4    iLO
192.168.1.5    VMware Server
192.168.1.6    Webserver
192.168.1.7    SVN Server
192.168.1.8    Monitoring Server
192.168.1.9    Reverse Proxy
192.168.1.10    DNS Server
192.168.1.11    LTSP Server
 
#group Dialup
#0.0.0.0    notebook.bla.net # noconn dialup

Hier definiert man unter #group Servers zuerst die IP, dann den Namen für die Beschreibung.

In der Datei /etc/hobbit/bb-services kann man Services definieren wie SSH, FTP, SMTP und vieles mehr. Die da angegebenen Standards sind für mich total ausreichend. Besonders interessant für mich, ist die Möglichkeit den ClamAV Daemon zu überwachen.

Wie sich aber die Services auch im Webfrontend anzeigen lassen, habe ich bis jetzt noch nicht herausgefunden.

Weiter gibt es noch die Möglichkeit, bei Fehlern Benachrichtigungen per Mail oder SMS zu versenden. Dazu kann man für jeden Service in der Datei /etc/hobbit/hobbit-alerts.cfg einen eigenen Verantwortlichen, die Alarmierungszeit, Mailadressen und vieles mehr definieren.

Danach zeigt einem das Webfrontend auf einen Blick für jeden Server genau an, welche Server, wo Probleme hat. Unterschieden wird dabei mit den Farben Rot, Violett, Gelb, Grün und Weiss den Zustand des Servers und diverse Symbole, welche angeben, ob ein Server erst seid kurzem oder schon länger Probleme hat.

Dazu werden automatisch Graphen mit Trends und anderen Informationen generiert. Und zu guter Letzt kann man auch noch Reports von Services und Funktionen über bestimmte Zeiträume erstellen.

Nun gilt es noch herauszufinden, wie sich Services überwachen lassen. Wer mir dazu also weiterhelfen kann, vielen Dank :)