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»Wir gratulieren zur bestandenen LPI-Prüfung 201«

Endlich sind die Resultate da von meiner letzten LPI-Prüfung 201!
Wenn ich mich erinnere, meine erste Prüfung (101) wurde noch nach Kanada geschickt zur Kontrolle. Da dauerte alles noch über einen Monat. Seit neuem können die Prüfungen direkt in der Schweiz korrigiert werden, wodurch alles gerade mal zwei Wochen gedauert hat:

Erreichte Punkte: 620
Erforderliche Punktzahl: 500
Status: Pass

Dass ich bestanden habe, hätte ich selbst nicht gedacht, da ich für diese Prüfung nur mal so zwischendurch neben Abschlussprüfungen, Abschlussarbeit und Lehrabschluss gelernt habe. Was sich auch im Ergebnis widerspiegelt:

60% Linux Kernel
87% System Startup
80% Filesystem and Devices
66% Advanced Storage Device Administration
76% Networking Configuration
57% System Maintenance
66% Domain Name Server

Diese Prüfung war für mich von der Schwierigkeit her vergleichbar mit 101 und um Längen schwerer als 102. Der Grund dafür sehe ich vor allem in den kernellastigen und sehr tief greifenden (auf das System bezogen) Themen, was selbst für mich, jemanden der auch geschäftlich mit Linux arbeitet, nicht alltäglich ist.

Wer wissen will, was wirklich alles dazu gehört, findet hier eine detaillierte Auflistung.

Backup und Restore mit Linux

Von den bisher vorgestellten Themen in LPIC 201 ist das folgende eines der interessanteren: Backup und Archivierung!
Wie in den Artikeln vorher schon erwähnt, ersetzt RAID nicht wirklich ein Backup und LVM schon gar nicht! Es muss also trotzdem noch eine Lösung her – und um die kümmern wir uns jetzt!

Arten

Bevor man überhaupt mit einem Backup beginnt, muss man sich überlegen, was, wie und wie oft man etwas sichern möchte. Das was ist dabei relativ schnell gefunden, zum Beispiel das /home-Verzeichnis. Auch das wie oft ist ein kleineres Problem; jeden Abend sollte reichen.
Doch nun muss man sich überlegen wie! Denn wenn ich jedes mal alle Daten von neuem Kopiere und allen alten Backups behalte, so leide ich schnell an Platzmangel. Deshalb muss man zuerst wissen, wie alles gesichert werden kann:

Full

Zu aller erst muss man ein Full-Backup anlegen. Dabei werden alle Daten welche im zu sichernden Ordner /home sind, gesichert.

Inkrementell

Inkrementell empfiehlt es sich, wenn man wenige Daten haben, welche sich immer ändern. Denn beim inkrementellen Backup werden nicht alle Daten, sondern nur die gesichert, welche seit dem letzten Backup verändert wurden.

Differenziell

Differenziell ist ähnlich wie inkrementell, jedoch werden hier immer die gesicherten Daten seit dem letzten Full-Backup gesichert

Zeitplan

Nun kann man sich sagen: “Ich mach immer inkrementell, da brauch ich am wenigsten Platz”! Dazu muss ich sagen, das stimmt durchaus, jedoch ist es halt nicht die beste Lösung.
Gehen wir von der Situation aus, ich habe vor einem Monat ein Full-Backup angelegt und seither täglich inkrementelle Backups. Fällt mein System aus, so muss ich zuerst das Full und dann 30 inkrementelle Backups zurückspielen. Nicht nur aufwendig, sondern auch zeitraubend!

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LVM für Linux einrichten

LVM ist eine andere Art von Festplatten Management, ähnlich einem RAID 0. Es bietet dabei, nicht wie ein normales RAID (1, 5, o.ä.) Redundanz, sondern dient nur dazu, eine weitere logische Ebene zwischen die Festplatten und das System oder die Daten zu bringen.
Der Vorteil dabei liegt auf der Hand. Sollte der Platzanspruch irgendwann mal steigen, so muss eine Platte nicht durch eine grössere Ersetzt und alle Daten umkopiert werden, sondern es reicht, eine weitere Platte dem LVM zu zufügen. somit bietet LVM, was übrigens für die Kurzform von Logical Volume Management steht, mehr Flexibilität.

Ursprünglich kommt das Konzept von LVM von IBM entwickelt für deren Baby: AIX.

Aufbau

Der Aufbau von, nennen wir es mal einer Speichermöglichkeit, ist in zwei Schichten gegliedert:

Zu unterst steht das Physical Volume wie /dev/sda, darauf kommt ein Dateisystem wie ext3.
Wird nun aber LVM verwendet, so ändert sich der Aufbau:

Es kommt auf das Physical Volume zuerst eine Volumegroup, also eine Art Speicherpool dazu und darauf die Logical Volumes, eine Art virtuelle Partition, welche dann mit dem Dateisystem formatiert wird.

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Software RAID für Linux

Die heutige Technik wächst rasend schnell. In einen Computer kann immer mehr RAM verbaut werden, die Taktrate einer CPU steigt andauernd und auch eine Grafikkarte wird immer leistungsfähiger. Die Festplatte hingegen bleibt ein bisschen auf der Strecke. Zwar steigern sich auch da die Spezifikationen, doch bei weitem nicht so schnell wie bei anderen Komponenten. Was also tun wenn die Platte langsam zu langsam wird oder schlicht und einfach mehr Speicherplatz her muss?

Die Antwort heisst RAID und steht für Redundant Array of Independent Disks, zu deutsch in etwa “Redundante Anordnung unabhängiger Festplatten” (Wikipedia).

Doch viel Entscheidender für den Einsatz von RAID als der Geschwindigkeitsgewinn ist die Redundanz. So kann eine Disk auf eine oder mehrere Disks, je nach Level, gespiegelt werden. Würde dabei dann eine Disk ausfallen, so wäre auf der oder den anderen Disks noch eine Sicherheitskopie, wodurch diese Wiederhergestellt werden kann.
Natürlich muss man hier erwähnen: Dies ist KEIN ERSATZ für ein BACKUP!

RAID Level

Der RAID Level bestimmt oder definiert, wie die Daten auf den Disks gespeichert werden. Mittlerweile gibt sehr viele verschiedene Levels, wobei die meisten wie 01, 10, 05 o.ä., aber nur Kombinationen aus den Grundlagen wie 0, 1, 5 und ggf auch noch 2, 3, 4 und 6.
Bestandteil von LPIC 201 ist aber nur 0, 1 und 5, also werde ich mich hier auch auf diese Beschränken. Wer mehr dazu wissen will, findet hier eine schöne Übersicht.

RAID 0

Wenn man es ganz korrekt will, so müsste man RAID 0, auch Striping genannt, eigentlich aus der Liste der RAIDs ausschliessen, weil hier keine Redundanz vorhanden ist.

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