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Demonstrationen in neuem Ausmasse: Internet Blackout geplant

Die Zeiten von Demonstrationen auf der Strasse sind vorbei. Am Mittwoch wird ein neues Kapitel aufgeschlagen.
Unter dem Namen ON STRIKE findet eine Demonstration gegen den Protect Intellectual Property Act des US Senats und den Stop Online Piracy Act des US Kongresses statt.
Beides sind Gesetzesentwürfe, welche die ungerechtfertigte Verbreitung von urheberrechtlich geschütztem Material im Internet unterbinden soll. Eigentlich ja eine ganz gute Sache, nur wird diese Unterbindung der Verbreitung auf Kosten von Meinungsfreiheit ausgelebt. Wikipedia beschreibt das Gesetz wie folgt:

Das Gesetz würde es dem US-Justizministerium und Copyright-Inhabern erlauben, gerichtliche Verfügungen gegen die Betreiber von Internetseiten zu beantragen, die einen Verstoß gegen das US-amerikanische Copyright darstellen. Den Zweck der Maßnahme wählt der Antragsteller. Zum Beispiel kann eine Verfügung Werbeagenturen und Bezahldiensten die Zusammenarbeit mit Inhabern betroffener Internetseiten untersagen und so das Tätigen weiterer Geschäfte verhindern.

Auch das Anzeigen der Internetseite in Suchmaschinen könnte blockiert werden. Durch das Gesetz würde das Herunterladen geschützter Inhalte zu einer schweren Straftat.[…]

Doch nun soll etwas dagegen gemacht werden! Grosse Portale Wikipedia, Google, Yahoo, Mozilla oder Amazon, aber auch kleinere Webseiten und Blogs werden morgen, dem 18. Januar von 05:00 UTC an für 12 Stunden offline sein, aus Protest gegen die geplanten Gesetzesentwürfe.

Jimmy Wales von Wikipedia

Student warning! Do your homework early. Wikipedia protesting bad law on Wednesday! #sopa

Oder Mozilla:

@binarybits On Weds, @mozilla’s sites are planning to “go dark” for a while, replaced by content talking about how dangerous SOPA would be.

Andere wie Twitter oder Facebook rätseln noch, ob sie auch mitziehen wollen.
Die Tatsache, dass durch eine Abschaltung für 12 Stunden die meisten der Unternehmen Schäden in der Höhe ein paar Tausend bis ein paar Millionen Dollar hinnehmen, zeigt, wie ernst es um die beiden Gesetzesvorschläge steht.

Wer auch mitmachen möchte, der kann auf seiner Seite folgenden Javascript-Code einfügen, wodurch die Protestseite automatisch aktiviert und deaktiviert wird. Einfach in den Header, gleich vor dem /head einfügen:

<script>
var a=new Date;if(18==a.getDate()&&0==a.getMonth()&&2012==a.getFullYear()&&5<=a.getHours())window.location="http://blog.encodingit.ch/zensur.html";
var a=new Date;if(19==a.getDate()&&0==a.getMonth()&&2012==a.getFullYear()&&5>=a.getHours())window.location="http://blog.encodingit.ch/zensur.html";
</script>
linux_windows

Linux von Acer verbannt

Da der Acer Aspire One Netbook von einer Kollegin nicht mehr richtig rennen wollte, habe ich mir den mal genauer angeschaut. Als Betriebssystem läuft ein angepasstes Linux mit Xfdesktop.
Nachdem ich alle Probleme beheben konnte, wollte ich noch ein Update des Systems ausführen. Dazu gibt es ja von Acer selbst ein Updatemanager… und wenn ich den bewerten müsste: Er ist absolut unbrauchbar!

Nach einem kompletten Systemupdate und einem Reboot startet das Netbook plötzlich ohne den von Acer angepassten Xfdesktop… Cooles Update!
ALT + F2 oder die alternativen Konsolen funktionieren auch plötzlich nicht mehr, obwohl ein X-Server läuft.
Also habe ich mich auf die Suche nach einer Recovery-Möglichkeit gemacht. Normalerweise führt ja jeder grössere Hersteller ein Support-Bereich auf seiner Webseite – aber man glaubt es kaum:

Obwohl das Netbook offiziell mit Linux ausgeliefert wurde, hat Acer alle Linux-Software von seiner Seite gestrichen! Weder Applikationen, noch das OS oder irgendwelche Recoverysoftware – rein nichts!! Glücklicherweise liegt dem Netbook ja eine Recovery-CD bei – sehr durchdacht für ein Netbook ohne CD-Laufwerk…
 

Ein ISO oder Image wäre wohl zuviel verlangt…

Also habe ich mich zuerst an das Erstellen eines USB-Sticks gemacht.
Dazu muss die CD in einem Laufwerk auf einem anderen PC gestartet werden und erstellt dann über den Assistenten einen USB-Stick.

Von diesem wird das Netbook gebootet, indem man den Startvorgang per F12 in das Bootmenü zwingt und da den Stick wählt!
Das Booten dauert relativ lange, doch ist der Assistent erst mal geladen, geht alles ganz fix.
Man folgt den einfachen Schritten, klickt eine Warnung weg und schon wird der ursprüngliche Systemzustand wiederhergestellt. Daten werden dabei keine kopiert!
Nach etwa 15 Minuten muss man das Netbook neustarten und alles ist wieder wie neu.

Ich habe Acer nun mal angeschrieben, mal schauen was da noch kommt…

egypt

Ägypten vom Internet getrennt

Es klingt relativ seltsam; aber es scheint so zu sein.
Das erste Mal in der Geschichte des Internets wurde ein Land komplett vom Internet getrennt: Ägypten!

Wie mehrere Quellen berichten, wurden gestern, dem 27.1.2011 um 22:34 UTC, der oder die ISP des Landes von der Regierung Ägyptens angeordnet, jegliche Verbindungen nach ausserhalb des Landes zu kappen!
Bestätigt wurde dies unter anderem schon von einem CNN Reporter vor Ort:

CNN reporter Ben Wedeman confirmed Internet is down in Cairo and writes, “No internet, no SMS, what is next? Mobile phones and land lines? So much for stability.

Somit stehen alle Firmen, Banken und Privatpersonen ohne Internet da…
Weiter sind alle innerhalb Ägypten gehosteten Seiten (*.eg) für alle Internetuser ausserhalb des Landes offline. So unter anderem auch Regierungsseiten wie www.egypt.gov.eg oder www.eip.gov.eg, was mich schon ein bisschen nachdenklich stimmt!

Was geht vor in Ägypten, was die Regierung um jeden Preis vor dem Rest der Welt verheimlichen will? Sehr wahrscheinlich hängt es mit den jüngsten Protesten zusammen, doch was plant dann die Regierung als Gegenmassnahme wovon die Welt nichts erfahren darf?

Offiziell hat man noch keine Stellung genommen, doch man darf gespannt sein…

Lieber ISP, darf ich bitte Pornos gucken?

Grossbritannien macht es vor, der Pornoblocker soll eingeführt werden. Über Gesetzestexte will die Regierung allen ISPs der Insel verbieten erotische Inhalte auszuliefern. Als Grund dafür wird der Jugendschutz vorgeschoben…

Die Schweizer Politik, oder besser gesagt der SVP-Nationalrat Theophil Pfister hat diese Idee nun aufgeschnappt, und will das KINDERnet so auch in der Schweiz umsetzen.
Ja wieso denn auch nicht, führen wir doch einfach mal einen landesweiten Filter ein, der allen Traffic eines Landes analysiert und unpassende Inhalte filtert! Vorsicht China, wir holen auf!!
Wer dann aber nicht auch pornografische Inhalte verzichten will, der kann bei seinem ISP eine entsprechende Anfrage hinterlegen: “Lieber ISP, darf ich bitte Pornos gucken?”

Nur um das klar zu stellen:
Die Grundidee, Minderjährigen den Zugang zu pornografischen Inhalten zu erschweren oder verunmöglichen, finde ich gut, jedoch nerve ich mich daran, wenn Politiker ihre Inkompetenz durch technisch unmögliche Vorstösse überspielen wollen!
Und wie gut das technische Verständnis von dem St. Galler-Nationalrat tatsächlich ist, darüber gibt es bereits klare Meinungen:

Theophil Pfister ist seit 1999 Nationalrat der SVP. Berufsbegleitend ist der ausgebildete Landwirt, Maschinenmechaniker und Konstrukteur auch noch Webmaster und offensichtlich Experte im Umgang mit Frontpage 98! Nervige Laufschriften, Deadlinks und Tabellen mit unleserlichem Text sind seine Spezialität. (von Denis Simonet)