IPv6 für professionelle und private Netzwerke

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IPv6 ist ja ein sehr bekanntes und schon fast wieder altes Thema. Und eigentlich sollte IPv4 ja schon lange abgelöst worden sein. Doch irgendwie will sich IPv6 nicht so recht durchsetzen…
Letzthin habe ich an einem Referat zu IPv6 teilgenommen, und der Referent hat ein paar sehr interessante Punkte angesprochen, wieso sich das ganze im Business noch nicht etabliert hat. Seiner Meinung nach fehlt ein relevantes Beispiel und die gewöhnlichen Firmen warten bis die erste “normale” Firma über die Klippe gesprungen ist und das gesamte Knowhow gesammelt und auch anderen zur Verfügung gestellt wurde. Natürlich haben Firmen wie Google oder Facebook bereits auf auf IPv6 migriert, doch diese sind beim Teilen von Knowhow nicht ganz so offen und zählen laut dem Referenten auch nicht unbedingt zu den “normalen” oder Durchschnittsfirmen.
Und auch wenn ich es persönlich jedem empfehlen würde auf IPv6 zu setzen, so ist es für grössere Firmen natürlich schwierig, da meist zig Server und ein grosse Zahl an Netzwerkkomponenten für IPv6 umkonfiguriert werden müssen. Dazu gehört nicht nur das setzen von neuen IP’s sondern natürlich auch das Anpassen von Switch-Konfigurationen, VPNs und Firewallregeln, was je nach Komplexität des Netzwerkes natürlich exponentiell an Aufwand zunimmt. Und wie soll man das auch dem Chef oder der Geschäftsleitung verkaufen? Schliesslich hat man keine offensichtlichen Kostenreduktionen, sondern investiert nur Geld für etwas, was vorher ja auch schon funktioniert hat. Denn wenn man nicht gerade ein Hoster, Rechenzentrum oder ISP ist, kommt man mit den bereits zugeteilten, öffentlichen IPv4-Adressen und NAT-Funktionalität meistens aus. Also wie soll man das seinem Chef verkaufen? Welche treibenden Argumente gibt es, welche auch die oberen Etagen verstehen und akzeptieren? Mir fallen leider keine ein… Auch sehe ich in Zukunft keine Besserung: Welche Entwicklungen der Zukunft könnten einen Umstieg auf IPv6 zwingend notwendig machen? Cloud-Dienste? SaaS? Mobile und Tablet Devices? Neue Computer? Alles gute Gründe – doch alle kann auch mit den bereits vorhandenen IPv4-IP’s und der bereits implementierten NAT-Funktionalität lösen, wodurch die Investitionen in IPv6 wieder gespart werden kann…

Nun für mich persönlich, habe ich das Referat als Anreiz gesehen und stelle mein Heimsystem, also Router, NAS und Clients auf IPv6 um. Dabei habe ich mich für Dual Stack entschieden, welche IPv4 und IPv6 gleichzeitig in einem Netzwerk laufen lässt. Dies ist in einem kleinen Heimnetzwerk durchaus verwendbar, da hier die meisten IP’s über DHCP vergeben werden und auch nur sehr selten neue Komponenten dazukommen.

In einem grösseren Netzwerk ist diese Methode natürlich eher weniger geeignet, da jede Konfiguration doppelt, also in IPv4 und IPv6, geführt werden muss und der Aufwand somit noch mehr ansteigt. Der Referent empfiehlt hierbei für grössere Netzwerke gleich auf IPv6-only umzusteigen und auf Techniken wie NAT64 zu zählen, wodurch auch aus einem IPv6-only-Netzwerk auf andere IPv4-Netzwerke und -Server zugegriffen werden kann.


[Bild: Wikipedia.org]

Doch für mein kleines Netzwerk zu Hause ist das alles zum Glück viel einfacher. Mein Router hat glücklicherweise bereits IPv6 Funktionalität, wodurch diese einfach aktiviert werden muss, damit auch IPv6-Adressen über den DHCP verteilt werden können.
Nun, da mein Netzwerk im LAN umgestellt ist, bleibt noch die WAN-Seite von Cablecom, welche mir eine IPv6-Adresse zuweisen muss. Ob Cablecom das überhaupt schon anbietet, weiss ich zur Zeit leider noch nicht, doch eine entsprechende Anfrage habe ich bereits platziert. Es heisst wohl abwarten…

Übrigens der Referent war Daniel Jossen von der Firma Amanox Solutions AG. Wer für einen Umsteig im professionellen Bereich Hilfe braucht, dem hilft er gerne weiter.

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Über Patrick

Ich bin ein 21 jähriger, gelernter Informatiker mit Fachrichtung Systemtechnik und ein leidenschaftlicher System Engineer und Opensource-Enthusiast. Zur Zeit vertiefe ich mein Wissen in einem Bachelor-Studium in Informatik. Neben meiner Passion für Linux und Opensource, habe ich ein besonderes Interesse an Security und Ethical Hacking und bin freier Autor für das Security-Magazin hakin9.

4 Gedanken zu „IPv6 für professionelle und private Netzwerke

  1. Pingback: Schweizer ISP noch nicht bereit für IPv6 | Bits, Bytes and my 5 cents

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