Wenige Magazine / Zeitungen im Kindle Store

closeDieser Beitrag wurde vor über 3 Monaten veröffentlicht. Die darin beschriebenen Informationen sind mit Vorsicht zu geniessen, da sie bereits veraltet oder nicht mehr gültig sein könnten. Solltest du von Neuerungen oder Verbesserungen wissen, so freue ich mich über einen klärenden Kommentar.

Heute hat mich die Frage warum nicht mehr losgelassen…
Als ich heute meinen Kindle in der Hand hatte, stellte ich mir wieder die Frage, warum Zeitungen und Magazine ihr Angebot nicht auf den Kindle ausweiten. Die meisten Zeitungen besitzen ja schon lange ein Onlineangebot, auch Magazine bieten ihre Texte immer öfters als PDF an, also liegen die Texte auch schon in einer optimierten Fassung vor. Nun gibt es auch immer mehr Verlegern, welche ihr Angebot auch auf dem iPad anbieten, wie gross kann da also der Schritt zum Kindle noch sein?
Leider konnte ich mir die Antwort nicht zusammenreimen, und habe beschlossen, mal aktiv bei den Verlegern nachzufragen.

Als erstes die Aargauer Zeitung:

Ich weiss nicht, ob Ihnen der eReader von Amazon, der Kindle, ein Begriff ist.
Falls Sie diesen kennen, so ist Ihnen sicherlich auch bekannt, dass es möglich ist, darauf auch Zeitungen und Magazine zu lesen – die NZZ macht ja bereits seit einem guten halben Jahr vor, wie das geht!

Eigentlich bin ich ja nicht so ein Freund der NZZ und habe mich nach Alternativen umgeschaut, natürlich in der Hoffnung, die AZ vorzufinden. Dummerweise gibt es weder die AZ noch andere Schweizer Alternativen für Endgeräte wie den Kindle.
Dies gab mir dann auch ein bisschen zu denken, da die AZ ja alle Texte durch Ihre Online-Ausgabe schon digital und optimiert vorliegen hat. Ausserdem gibt es eine iPad Applikation, welche alle Texte schon optimiert auf einem alternativen Endgerät als dem Computer anzeigen kann. Wieso also nimmt man nicht den kleinen Schritt, das ganze auch auf dem Kindle zur Verfügung zu stellen.
Auf Grund der Marktlücke, welche aktuell da noch vorherrscht, könnte man sich so mit guten Reportagen und Berichterstattungen sehr schnell weit etablieren. Ausserdem ist es ein weiterer Schritt weg von der Printversion. Ich muss Ihnen ja nicht erklären, das so neben verminderter Druck- und Versandtkosten auch der Umwelt ein grosser Dienst erwiesen wird!

Ich wäre also sehr interessiert an den Gründen, wieso man bis jetzt noch nicht in diesen neuen und innovativen Markt eingestiegen ist, wo doch so viel Potential darin stecken würde?

Der Blick bekam eine leicht abgeänderte Nachricht von mir, da diese Zeitung keine iPad-Version anbietet. Und auch Amazon wollte ich zu dem Thema noch befragen:

Ich bin bereits seit einem halben Jahr begeisterter Anhänger vom Kindle und lese sehr gerne darauf. Vor kurzem habe ich mal wieder das Angebot an Magazinen und Zeitungen im Store geprüft und musste zu meinem Bedauern feststellen, dass dies immer noch gleich ist wie vor einem halben Jahr.
Leider kann ich mir dieses Phänomen nicht plausibel erklären, da die meisten Verleger ihre Texte ja schon in einer digitalen Form veröffentlich, wieso also nicht auch für den Kindle.

So wollte ich bei Ihnen nachfragen, ob Ihnen vielleicht ein Grund bekannt ist, wieso so wenige Verleger ihre Texte auf dem Kindle veröffentlichen wollen?
Weiter würde es mich interessieren, wie denn Amazon gegenüber den Verlegern aktiv wird, damit diese auch von den Möglichkeiten erfahren und die Vorteile davon kennen lernen?

Die erste Antwort bekam ich dann auch gleich von Amazon. Knapp eine Stunde hat’s gedauert – das Lob ich mir als kundenfreundlich. Natürlich musste die Antwort erst mal klar stellen, dass selbstverständlich diverse neue Magazine und Zeitungen herausgekommen sind im letzten halben Jahr. War ja nicht anders zu erwarten ;):

Im letzten halben Jahr sind verschiedene Zeitungen / Zeitschriften mit in das Kindle-Abo-Sortiment von Amazon.de aufgenommen worden (zum Beispiel: “Focus”, “El Pais”, “Polityka” etc.).

In erster Linie ist es die Entscheidung des Verlages, ob eine Zeitung / Zeitschrift als Kindle-Edition angeboten wird oder nicht.
Es tut mir leid, aber wir haben leider keine Informationen darüber welche Kriterien die Verlage ihrer Entscheidung zu Grunde legen.

Unsere Kindle-Spezialisten nehmen sich speziell solchen Dingen an und stehen auch in ständigem Kontakt mit den Verlagen.

Natürlich habe ich erwartet, dass Amazon die Entscheidungen der Verleger nicht kennt, deshalb gibt es ja auch noch deren Antworten. Doch irgendwie hinterlässt die Antwort bei mir den Eindruck, als hätte Amazon sich gar nie Gedanken darüber gemacht, was wohl die Gründe für eine ausbleibende Veröffentlichung sein könnten… Von der Aargauer Zeitung hat mich dann folgende Aussage erreicht:

Der Kindle ist uns sehr wohl ein Begriff, wir verfolgen auch seine Marktakzeptanz in der Scheiz. Sie ist im Steigen Begriffen, aber noch immer sehr bescheiden. Das ist der Grund, weshalb wir die Zeitungen aus unserem Haus gegenwärtig in diesem Format nicht anbieten. Denn es ist nicht etwa so, wie Sie schreiben, dass das aufwandlos möglich wäre. Die Formatierung ins Kindle-Format ist durchaus mit Kosten und Aufwand verbunden.
Das heisst nicht, dass Kindle für uns kein Thema wird. Wir werden zu gegebener Zeit neu darüber befinden.

Obwohl ich bei der AZ nachgefragt habe, ob denn genauere Zahlen zur Marktakzeptanz vorliegen, erhielt ich keine weitere Antwort mehr bis heute. Sehr schade auch, der Blick hat es nicht mal für nötig gehalten, mir zu antworten. Das zeigt, wie sehr man sich um das Thema kümmert…

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