Piwik die Alternative zu Google Analytics

Vor nun fast einem Jahr habe ich die Analyse der Besucher für diesen Blog von Google Analytics auf die Opensource-Lösung Piwik umgestellt.
Dies hatte den Grund, dass ich in Google Analytics nie die Kennzahlen und Informationen herausholen konnte, die ich gerade wollte. Nun nach fast einem Jahr, kann ich zurückschauen und sagen, es war ein guter Entscheid.

Piwik sieht nicht nur gut aus, es stellt die benötigten Informationen in tabellarischer oder grafischer Form dar. Und zwar alles so geordnet und aufbereitet, dass ich mit nur einem Blick alle Trends und sonstigen Informationen erfassen kann.

Ich sehe also nicht nur, wie viele Personen mich besucht haben, sondern sehr wichtig auch, zu welcher Zeit am meisten rumgesurft und neue Beiträge gelesen werden. Oder aber ich sehe sofort, welche Suchbegriffe zu welchen Artikeln geführt haben, wie viele Besucher einen Link geklickt haben oder welche Besucher wie lange auf meinem Blog verweilt haben.
All diese Informationen lasse ich in Verbesserungen einfliessen. So achte ich zum Beispiel darauf, dass neue Beiträge nicht noch am Abend späht erscheinen, denn die meisten lesen über den Mittag oder kurz vor Feierabend. Und wer will schon, dass einer meiner wertvollen Beiträge im Newsreader untergeht 😉

Piwik als Software oder Webapplikation ist sehr anspruchslos. Es benötigt PHP, MySQL und einen Webserver. Für die Grafiken wird zusätzlich noch Flash verwendet.
Der Trackingcode ist wahlweise Javascript oder ein einfaches 1×1 Pixel Bildchen.

Cool an Piwik finde ich den Aufbau in Plugins. So kann ich Funktionen die ich will oder eben nicht wahlweise ein- oder ausschalten. Auch kann ich die Übersicht anordnen und arrangieren, so wie ich sie am liebsten ansehe.

Seit kurzem habe ich sogar eine Art „Lieblingsplugin“, welches ich letztens hier entdeckt habe. Es befindet sich zwar noch in der Beta-Phase, läuft bei mir aber bis auf ein paar kleine Mankos sehr stabil und sauber.
Es zeichnet mit einem zusätzlichen Javascript-Codeschnipsel auf, wo ein Benutzer geklickt hat auf der Seite.
Sehr interessant finde ich das um zu sehen, wohin die Maus eines Benutzers als erstes wandert. Dies Hilft bei der Positionierung von Ankündigungen und Eyecatchern Mousecatchern.
Das Plugin gibt es übrigens hier zu holen und heisst ClickHeats. Eine Installationsanleitung mit Beispiel findet man hier falls nötig.

Eine weitere Funktion die Piwik von Haus aus mitbringt sind sogenannte „Ziele“.

Ein Ziel ist erfüllt, wenn zum Beispiel ein bestimmter Link geklickt wird. Dabei kann übrigens auf Wildcards oder Regex zurückgegriffen werden.
Interessant ist diese Funktion insbesondere, da ich Google Adsense darüber überwache und sich in letzter Zeit dadurch gezeigt hat, dass bei Google viele Klicks einfach unterschlagen werden. Da wird wohl noch eine Rücksprache erforderlich und ich werde mein Werbekonzept überdenken. Aber das ist ein anderes Thema.

Weiter werden für Piwik in regelmässig unregelmässigen Abständen Updates veröffentlicht. Diese können gleich über die Auto-Update-Funktion eingespielt werden. Probleme hatte ich damit bisher noch nie und ich habe sie schon einige Male verwendet.

Sehr nützlich ist auch die Funktion eMail-Berichte, welche sich über das Plugins-Menu aktivieren lässt. Damit kann wahlweise täglich, wöchentlich oder monatlich ein PDF von ausgewählten Kennzahlen erstellt und via eMail an eine beliebige eMail-Adresse gesandt werden.
Sehr praktisch wenn man Kunden hat, die gerne mehr über ihre Webseite wissen möchten.

Etwas Negatives kann ich an Piwik bis heute nicht finden, höchstens dass es manchmal vorkommt, dass die Flashdiagramme nicht immer geladen werden. Da hilft aber ein Refresh und dann ist alles gut, somit ist das nicht wirklich ein negativer Punkt.

Auch habe ich gelesen, dass oft geschrieben wurde, Piwik würde sich in der Datenbank sehr schnell sehr gross machen. Dies kann ich auf keinen Fall unterzeichnen, denn alle meine Datenbanken zusammen (darunter auch die vom Blog hier und noch 6 weitere) benötigen zusammen nicht mal 100MB.

Ja was gibt es noch zu schreiben, ich kann das Webtool wirklich nur empfehlen, es braucht zwar etwas mehr Konfigurationsaufwand als Google Analytics aber es arbeitet exakt und detailliert. Klare Empfehlung von mir!

Wer es mal gerne erst ausprobieren möchte: hier gibt es eine Demo.

Übrigens: Es gibt auch iPhone und Android-Apps fürs Monitoring auf dem Smartphone oder Tablet 🙂

30 Kommentare bei „Piwik die Alternative zu Google Analytics

  1. Piwik ist wirklich genial, leider ereilte mich auch das Datenbankproblem, trotz regelmässiger Purges bekam ich sie nicht mehr kleiner als 1,5GB, das war dann auf jeden Fall zu viel.
    Wieviel Traffic hast du denn auf der Seite, dass du mit 100MB DB durchkommst? Vielleicht lag es bei mir daran dass ich Piwik schon lange laufen hatte und immer nur brav einen Upgrade gemacht habe. Eventuell hat sich dadurch etwas mitgeschleppt, was ich nicht auf dem Zeiger habe.

    1. Hängt ganz stark von der Anzahl Artikel pro Monat ab. Aktuell aber so zwischen 5’000 – 15’000.
      Piwik fasst die Daten ja relativ gut zusammen. Also archiviert wird nur noch ala „200mal Linux mit 1280×1024“ und nicht 200mal der selbe Eintrag…

  2. > Interessant ist diese Funktion insbesondere, da ich Google Adsense darüber überwache und sich in letzter Zeit dadurch gezeigt hat, dass bei Google viele Klicks einfach unterschlagen werden.

    Also das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Google ohne Grund Klicks nicht zählt. Den Super-GAU, der da durch die Medienwelt laufen würde, könnte sich Google unmöglich leisten.

    Ansonsten guter Artikel. Ich verwende auf meinem Blog Analytics, da ich damit auch Adsense überwachen kann und zum Beispiel sehe, welche Artikel die größten Einnahmen hervorbringen.

    PS: Im Titel würd ich nach „Piwil“ einen Beistrich setzen 😉

      1. Hmm, mit Google Kontakt aufnehmen, ich glaub das wird ein Ding der Unmöglichkeit. Außer du hast wirklich mehrere Tausend Euro Einnahmen im Monat. Was ich aber jetzt mal bezweifle 😉

  3. Wer ungefragt Nutzer überwacht, handelt zutiefst unmoralisch. Sowas hat opt-in zu sein.
    Außerdem ist Deine Aussage, dass Du angeblich seit einem Jahr Google Analytics nicht mehr nutzt, offensichtlich falsch. Selbst ohne in den Quelltext zu schauen, zeigt mir die Firefox-Erweiterung Ghostery schon an, dass Du neben Piwik auch Analytics und zwei weitere Nutzer-Tracker (AdSense und Facebook Connect) eingebunden hast…

    1. Ich sammle keine personenbezogenen Daten, also kann von Überwachen keine Rede sein.
      Nutzen tu ich es trotzdem lange nicht mehr. Habe es eine Zeit lang gebraucht um Piwik quer zu prüfen. Adsense ist für die Werbung da und Facebook Connect für die Fan-Seite. Sorry wenn ich deine „Ich-weiss-alles-besser“-Einstellung hiermit zerstören musste…

      1. > Ich sammle keine personenbezogenen Daten,
        > also kann von Überwachen keine Rede sein.

        Bitte? Du benutzt das Wort „Überwachung“ im ersten Satz:
        „Vor nun fast einem Jahr habe ich die Überwachung der Besucher für diesen Blog von Google Analytics auf die Opensource-Lösung Piwik umgestellt.“

        1. „Überwachung“ ist jetzt tatsächlich Diskussionswürdig. Was ist denn Überwachung.
          Anonymisierte Speicherung der Aktivitäten verhindert „Überwachung“. Warum? Ich kann nicht sagen „Hans Karl Peter war am xx.xx.xxxx und am xx.xx.xxxx um xx:xx Uhr hier anwesend und hat x Klicks gemacht“, „Hans Karl Peter“ müsste natürlich durch eine IP ersetzt werden. Kann man ja gar nicht: ist in Piwik ja anonymisiert.

          Klar ich kann schaun wie viele Besucher hier waren und wie viele Klicks der jeweilige Besucher gemacht hat, ich kann aber nur sehen dass ein Besucher schonmal da war, nicht wann und dementsprechend wie lange und mit wie viel klicks. Überwachen kann ich also niemanden.

    2. @Markus: Weiß jetzt nicht was daran unmoralisch sein soll. Dafür gibt es die europäische Datenschutzrichtlinie, die das Sammeln von personenbezogenen Daten verbietet. Jeder der eine Website halbwegs professionell betreiben möchte kommt um eine Webanalyse nicht vorbei.
      Piwik bietet im Gegensatz zu Google Analytics die Möglichkeit sich an die Datenschutzrichtlinien zu halten.

      1. Google Analytics wird auf dieser Seite weiterhin eingesetzt.
        Die Behauptung der Umstellung ist also falsch. Nur weil man mit Piwik einen zusätzlichen Tracker installiert, verschwindet die Datenkrake Google nicht automatisch.

        Nebenbei sind Moral und Gesetz nicht identisch. Ungefragtes Nutzer-Tracking ist unmoralisch, egal was die Gesetze dazu sagen. Regime-Umstürze in Tunesien und Ägypten sind auch ungesetzlich, aber nicht unmoralisch.

        1. Ich weiss nicht, wo du immer Google Analytics meinst zu finden, aber ok. Über deine Definitionen von Moral muss ich hier nicht diskutieren. Und wenn es dir nicht gefällt, es zwingt dich niemand hier zu sein!

        2. @Markus: Ich habe mich hier nicht zum Tracking dieser oder irgend einer anderen Seite geäußert. Will hier auch kein Fass aufmachen. Finde es jedenfalls ein bisschen unpassend das Thema Benutzer-Tracking auf Webseiten mit Ägypten zu vergleichen.
          Natürlich hast Du damit Recht, dass Moral und Gesetz nicht das gleiche sind. Aber wenn wir jetzt die Frage erörtern wollen, was oder wer Moral definiert und ob es tatsächlich unmoralisch ist innerhalb der europäischen Datanschutzrichtlinien ein personenunbezogenes Benutzer-Tracking durchzuführen, gleiten wir meiner Meinung nach in eine philosophische Debatte ab, die niemanden weiterhilft.
          Ich kann hier nur meinen Standpunkt vertreten. Und ich finde daran nichts unmoralisch. Auf meiner Website befindet sich unter anderem folgender Abschnitt: http://www.cirrus7.com/datenschutz/

          ———————————————————————————————
          Auf unserer Webseite verwenden wir die Open-Source Statistiksoftware Piwik. Die im Rahmen der Nutzung erfassten Statistikdaten verwenden wir zur fortlaufenden Verbesserung und Optimierung unseres Internetangebots. Die so erfassten Daten verbleiben auf den Servern von cirrus7 computing und werden nicht an Dritte weitergegeben. Eine Zuordnung von weiteren Informationen zu Ihrer IP-Adresse erfolgt in keinem Fall. Soweit Sie eine Nutzung der Statistiksoftware Piwik nicht wünschen, können Sie dies durch die Deaktivierung von Cookies in Ihrem Browser verhindern. Bei deaktivierten Cookies kann unser Internetangebot für Sie ggf. nur eingeschränkt nutzbar sein. Die Privatsphäre unserer Kunden ist uns wichtig. Deshalb haben wir uns für Piwik und gegen Google Analytics entschieden. Erfahren Sie mehr über Piwik und Datenschutz.
          ———————————————————————————————

          Ich weiß jetzt nicht genau, was daran unmoralisch sein sollte? Ein Opt-In Verfahren ist aus Usability Sicht völlig ungeeignet.

          Desweiteren, weiß ich nach einem Besuch von Dir auf unserer Website wahrscheinlich weniger von Dir, als Dein Supermarkt um die Ecke. Meist du etwa ein Media Markt, Aldi oder Lidl erfasst nicht die täglichen Kunden, eingekauften Artikel, durchschnittlichen Umsatz, etc. pp ? Es geht mir bei unserer Webanalyse NICHT darum DICH zu überwachen, sondern schlicht und ergreifend um betriebswirtschaftliche Daten, ohne die wir unser Geschäft nicht führen könnten.

    1. Wie habe ich doch auf einen solchen Kommentar gewartet… Aber du darfst.

      Ich zitiere mal die Einleitung aus dem Planet:
      „Der Planet stellt Nachrichten aus Blogs der Ubuntu- und Open-Source- Gemeinschaft zusammen“

      Dann zitiere ich aus meinem Beitrag:
      „Vor nun fast einem Jahr habe ich die Analyse der Besucher für diesen Blog von Google Analytics auf die Opensource-Lösung Piwik umgestellt.“

  4. Immer schön wenn Leute nichts besseres zu tun haben, als solchen Mist zu kommentieren. Man kann ruhig mal dankbar sein, dass Menschen kostenlos
    Content zur Verfügung stellen.

  5. Setzte Piwik auch schon lange ein. Ganz nett finde ich auch die Piwik Android App. So hat man seine Besucher auch unterwegs im Blick. Fürs IPhone gibts die soweit ich weiß auch.

  6. Interessiere mich auch für Piwik, habe aber Bedenken, da ich nicht genau weiß, inwieweit Piwik sich auf die deutschen Datenschutzbedinungen einstellen läßt.

    Ich erinnere mich, daß Google vor kurzem wegen dieses Themas Probleme bekam.

    Ist sowas bei Piwik auch zu befürchten?

    1. Da bist du bei einem Schweizer Blog wohl falsch mit dieser Frage, da ich mit dem deutschen Gesetzt nicht vertraut bin.
      Ich erinnere mich aber an ein Plugin namens AnonymizeIP, welches wohl einem solchen Zwecke gerecht werden möchte. Da kann dir aber sicher Piwik selbst helfen.

    2. Soweit ich informiert bin ist Piwik durch das AnonymizeIP-Plugin Datenschutzkonform, du transferierst außerdem die Daten auch nicht auf ausländische Server, da Du Piwik ja selber hostest.
      Mit Piwik 1.2 soll sogar eine Double-Opt-In-Variante erscheinen, so kann der Benutzer selbstständig das Tracking deaktivieren, man muss also lediglich die Schaltfläche (iFrame wird wohl verwendet) anzeigen, dann sind alle Nutzer zufrieden.

      Meiner Beurteilung nach ist Piwik in Sachen Datenschutz meilenweit besser als Google, bei Google weiß man ja nichtmal was mit den übermittelten Daten passiert.

  7. Ich nutze seit kurzem auch Piwik, allerdings bin ich mit den Ergebnissen nicht ganz zufrieden, da scheinbar nicht alle Besuche gezählt werden. Meine interne Statistik zeigt nämlich mehr eindeutige Besucher an als Piwik und das irritiert ganz schön.

    1. Möglich, dass falls du den Javascript-Tracker eingebaut hast, dass einige Besucher Javascript blockiert haben. Versuche sonst mal den Bild-Tracker!

      Aber eigentlich kannst du den Fehler relativ schnell lokalisieren:
      Wie viele Besucher beträgt denn der Unterschied und wie erkennt deine interne Statistik die Besucher? Ist es eine komplett andere Methode, so hast du den Fehler.

      Jedoch würde ich fast so weit gehen zu sagen, dass deine interne Statistik eher falsch liegt als Piwik…

  8. Pingback: Artikel-Empfehlung KW 7 2011 - Alles IT

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.