DNS Server Konfiguration

Damit ich mir für meine virtuellen Server nicht jedes mal die passende IP merken oder irgendwo nachsehen will, habe ich mir einen eigenen DNS Server im Netzwerk installiert.

Für mich war das eine Premiere, da ich bisher nur unter Windows das vergnügen hatte, und da ist es wirklich keine grosse Sache.

Umso erstaunter war ich, wie kompliziert das eigentlich unter Linux ist…

Doch war ich irgendwie zu faul (oder einfach vom WindowsGUI verwöhnt), alle Dateien einzeln zu editieren und konfigurieren, also habe ich auf Webmin zurückgegriffen.

Webmin erlaubt es, viele Einstellungen in Bereichen wie Netzwerkverwaltung, Useradministration, Servereinstellungen und vieles mehr direkt über ein GUI im Browser zu konfigurieren.

Zuerst muss man sich also das aktuelle Paket von Sourceforge holen:

wget http://downloads.sourceforge.net/project/webadmin/webmin/1.390/webmin_1.390_all.deb

Danach kann man die Installation starten:

sudo dpkg -i webmin_*

Da aber noch einige Pakete fehlen, wird die Installation vorerst fehlschlagen. Also gilt es dies noch zu berichtigen:

sudo apt-get install -f

Und nun ist Webmin auch schon installiert unter unter https://127.0.0.1:10000 verfügbar.

Jetzt kann also die Installation losgehen. Dazu ruft man Webmin auf und loggt sich mit einem User ein, welcher sudo-Rechte besitzt.
Dann wählt man unter “Server” den Punkt “BIND DNS Server”.

Nun muss man zuerst mal eine neue Zone erstellen. Hierfür wählt man den Punkt “Create master zone”. Will man, wie in meinem Fall Namen zu IPs auflösen, so muss man eine Forward Lookup Zone erstellen.

Unter “Domain name / Network” vergibt man den Namen für die Zone. Dieser wird auch gleich der Name der Top Level Domain sein (zB. lokal, ch oder com).
Nun muss man noch unter “Email address” eine eMail-Adresse eingeben. Der Rest kann man auf den Standardeinstellungen belassen.

Jetzt kann man endlich die ersten Namen einer IP zuordnen. Dazu definiert man alle Namen und IPs unter dem Punkt “Address (0)”.

Wenn man will, kann man unter “Reverse Address (0)” nochmal die selbigen Informationen zuordnen.

Nachdem man seine Änderungen abgespeichert hat, kann man die Einstellungen testen.
Dazu logge ich mich per SSH ein und führe eine Abfrage an den DNS Server aus:

dig @127.0.0.1 name.domain

Eine Antwort sollte etwa so aussehen:

; <<>> DiG 9.4.2-P2 <<>> @127.0.0.1 name.domain
; (1 server found)
;; global options: printcmd
;; Got answer:
;; ->>HEADER<<- opcode: QUERY, status: NOERROR, id: 18355
;; flags: qr aa rd ra; QUERY: 1, ANSWER: 1, AUTHORITY: 1, ADDITIONAL: 0

;; QUESTION SECTION:
;name.domain. IN A

;; ANSWER SECTION:
name.domain. 38400 IN A 192.168.0.1

;; AUTHORITY SECTION:
domain. 38400 IN NS SL004.

;; Query time: 1 msec
;; SERVER: 127.0.0.1#53(127.0.0.1)
;; WHEN: Sun Nov 29 01:52:00 2009
;; MSG SIZE rcvd: 62

Nun muss man nur noch den einzelnen Hosts den DNS hinzufügen. Da bei mir alle Clients ihre IPs per DHCP beziehen, musste ich den DNS nur da eintragen, und abwarten.

Und von nun an, muss ich mir keine mühsamen IP-Adressen mehr merken :)
Vielen Dank an Roman für die Tipps zu Webmin.

  1. burli sagt:

    Webmin ist aber nicht ganz unproblematisch, wenn man dem Ubuntuusers Wiki Glauben schenken darf.

    http://wiki.ubuntuusers.de/Webmin

  2. ThreeM sagt:

    BIND gehört in eine CHROOT Umgebung ;) und so kompliziert ist die Konfiguration unter Linux nicht. Webmin mag in Lokalen Netzen eine gute Sache sein, ich möchte aber zu bedenken geben das es in Netzwerken die von außen erreichbar sind, ein Sicherheitsrisiko darstellt.

  3. Patrick sagt:

    @burli
    Das kann gut sein, jedoch hatte ich bisher noch nie ein Problem, und Webmin erleichtert dir das Leben extrem :)

    @ThreeM
    Du hast recht, kompliziert ist es eigentlich nicht, nur sehr aufwändig…
    Dem Sicherheitsrisiko von Webmin bin ich mir durchaus bewusst, deshalb ist es auch nur beschränkt verfügbar.

    grz

  4. Christoph sagt:

    Das größte Problem bei Webmin ist, dass Konfigurationsdateien gnadenlos nach Gusto von Webmin überschrieben werden. Anpassungen der Distributoren gehen dabei verloren. Webmin kann dazu benutzt werden um einzelne administrative Aufgaben zu delegieren, doch generell sollte man um Webmin eine großen, nein einen riesigen Bogen, machen.

  5. ThreeM sagt:

    @Patrick
    Als alternative wären die gadmin tools vielleicht tauglich speziell gadmin-bind.

  6. Patrick sagt:

    @ThreeM
    Sieht nach einem sehr grafischen Programm aus…
    Mein Server führt leider nur eine Kommandozeile. Trotzdem Danke für den Vorschlag.

    grz

  7. …doch generell sollte man um Webmin eine großen, nein einen riesigen Bogen, machen.

    Mehr braucht man meiner Meinung nach zu Webmin nicht sagen ;-)

    mfg Betz Stefan

  8. Patrick sagt:

    @burli
    jaja ich hab’s ja kapiert, webmin = schlecht ;)
    Hab meinen DNS nochmals von Hand neu konfiguriert und gesehen, am Syntax von Bind hat sich nichts geändert…

    grz

  9. mino sagt:

    ganz einfach zu bedienen soll auch die /etc/hosts-Datei sein.

  10. Patrick sagt:

    @mino
    Nur die wird nur auf den lokalen Computer angewandt. D.h. du musst dies dann bei jedem Client einzeln einrichten…

    grz

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