OpenSource Exchange #1

Während der OpenExpo wurde ich auf das OpenSource Projekt Open-Xchange aufmerksam gemacht.

Dabei handelt es sich um eine Groupware-Lösung ähnlich Microsoft Exchange, nur dass diese OpenSource ist.

Angepriesen wird das Projekt besonders als “günstige Alternative, welche für KMUs gut geeignet ist“.

Wikipedia beschreibt Open-Xchange wiefolgt:

Open-Xchange Server ist eine Kollaborationssoftware, die neben einer integrierten E-Mail-Benutzerschnittstelle, Termin-, Kontakt- und Aufgabenverwaltung auch weitergehende Funktionen wie Dokumentenspeicherung- und -austausch bietet.

Besonders interessant finde ich auch das hier:

In Vorbereitung befinden sich soziale Fähigkeiten der Anwendung, d. h. die Fähigkeit Daten zwischen Open-Xchange und auch Sozialen Netzwerken einfach und automatisiert auszutauschen. Dieser Austausch wird auf der Serverseite stattfinden, d. h. auch dann funktionieren, wenn der Benutzer gerade nicht aktiv ist.

Doch ganz so OpenSource ist das Projekt wohl doch nicht…

Will man nämlich das ganze nicht per Browser, sondern mittels Outlook verwenden, so muss man ein kostenpflichtiges Addon dazukaufen.

Doch nicht nur das, es gibt noch weitere Komponenten, welche nicht wirklich “frei” sind:

Seit August 2004 steht das Open-Xchange Server BackendGNU General Public License in der Version 2. Das unter der Open-Xchange Server Frontend steht unter Creative CommonsShare Alike, Non Commercial, Attribution-Lizenz. Diese Lizenzierung erlaubt die freie Verwendung auch in einer kommerziellen Umgebung und schränkt lediglich das Anbieten von gehosteten Angeboten ein (durch den Baustein Non Commercial in der Creative-Commons-Lizenz auf dem Frontend).

Ob das nun wirklich das Wahre ist, darüber kann man sich streiten. Auch kann ich noch nicht sagen, ob es wirklich eine brauchbare Alternative zu Exchange ist, das wird sich noch zeigen.

Als Host habe ich mich für einen Ubuntu Server 8.04 LTS entschieden.

Die Installation ist nicht wirklich schwierig, dafür sehr zeitaufwendig. Geholfen hat mir dieses Tutorial von Open-Xchange selbst.

Die Benutzeroberfläche, welche man nach einem Login zu Gesicht bekommt ist klar strukturiert. Man findet sich schnell und ohne Probleme zurecht, wie man es eigentlich auch von Exchange her kennt.

open-xchange-portal

Wie es in Sachen Performance aussieht kann ich noch nicht sagen, da ich die Installation erst gestern durchgeführt habe. Dazu später dann mehr!

  1. Jens sagt:

    Wie sieht es mit der Exchange-Kompatibilität aus?
    Klar, man soll nicht nur alles nachmachen. Aber generell würde das vieles vereinfachen.

    Wenn man für Outlook ein eigenes Plugin braucht, spricht das wohl eher gegen Kompatibilität.

  2. Patrick sagt:

    Jens, dazu kann ich dir leider zur Zeit noch nicht viel sagen. Ich denke aber, die Grundidee von Open-Xchange war es mal, dass alles über den Browser verwaltet wird.

    Ich kann mir vorstellen, dass die Kompatibilität über dieses Plugin erst später dazu kam. Vielleicht ist es nicht die beste Lösung, aber wenn es funktioniert :)

  3. Esra sagt:

    kann ich bestätigen: Es ist als Browseranwendung gedacht. Ich arbeitete lange und intensiv damit und finde es sehr gut. Das Outlookplugin ist eher für jene nötig, welche sich nicht umgwöhnen mögen. ich vermute die oberfläche wurde noch besser (ich hatte die neue noch nicht benützt).

    Das Plugin kostet glaube ich nur wegen dem Proprietären Protokoll. Open-Xchange ist aber frei.

  4. Es gibt übrigens nicht nur Open-Xchange, sonder auch Zarafa -> http://www.zarafaserver.de

    mfg Betz Stefan

  5. Patrick sagt:

    @Betz Stefan
    Danke für den Hinweis, werd ich mir gerne mal genauer anschauen. Sieht auf den ersten Blick genau so aus, wie Exchange (von der Oberfläche auf jeden Fall).

    Kannst du ein paar Worte darüber verlieren?

    grz

  6. micha141076 sagt:

    gibt es auch termin-erinnerungen wie bei outlook?

  7. Matthias sagt:

    Ich habe damals mir eine ganze Reihe von Groupware-Lösungen angeschaut. Das Unternehmen wollte Zugriff über Outlook haben, Active Sync für Nokia Symbian Handys und ein Webinterface.
    OX bot damals keine Möglichkeit für Active Sync. Zudem wurde Outlook-Plugin kritisch gesehen. Die jährlichen Lizenzgebühren und Stabilität des Plugins haben OX dann komplett aus dem Rennen genommen.
    Die Entscheidung fiel dann auf Kerio Mailserver. Die Kosten waren gering. Linux-Versionen waren und sind auch verfügbar. Outlook wird auch über ein Plugin mit dem Server verbunden. Interessant war vor allem die Offline-Variante die ein weiterarbeiten ohne Datenverbindung erlaubt und dann bei nächster Gelegenheit die Daten zum Server schickt.
    Keine Opensource aber eine sehr gute,einfache und stabile Software.

    Das Webinterface vom aktuellen OX kann ich mir sehr genau anschauen. 1&1 hostet meine Domain und das Webinterface von denen ist OX. Sie selbst sind an der Entwicklung mit einigen Leuten beteiligt. Das Webinterface bietet eigentlich alles was OX kann – jeglicher Kontakt von draußen außer POP3/SMTP/IMAP ist aber deaktiviert.

    Mir ist aufgefallen, dass das Webinterface gerade bei Schmalband sehr langsam ist. Die Zeit bist das Login-Fenster vollständig aufgebaut ist dauert eine ganze Weile (mit Ladebalken). Der Aufbau des eigentlichen Webinterfaces geht dann aber recht zügig.
    Bei Nutzung im LAN sicherlich nicht so wichtig, aber wenn man extern nur per langsamerer Verbindung darauf zugreifen kann wünscht man sich glaube ich ein anderes Webinterface.

  8. Patrick sagt:

    @micha141076
    Wenn du das ganze mittels dem Plugin in Outlook einbindest, dann sicher :)
    Sonst hat Open-Xchange seine eigenen Benachrichtigungen, auch in Form eines Popups oder einer eMail.
    Vielleicht hilft dir die Demo bei weiteren Details.

    grz

  9. Patrick sagt:

    @Matthias
    Dank dir für den ausführlichen Kommentar.

    Der erste Grund sollte heute dank Anbindung an SyncML kein Problem mehr darstellen…

    Ich kann mir aber vorstellen, dass besonders die fehlende Möglichkeit, Daten ohne Internetverbindung abzufragen und später zu synchronisieren, ein KO-Kriterium für viele Firmen sein wird…
    Hier wäre eine Implementation wie z.B. bei Zimbra (mit Zimbra Desktop) sehr hilfreich.

    Die langen Aufbauzeiten habe ich heute auch festgestellt, als ich das erste mal von ausserhalb meines Netzwerkes zugreifen wollte.
    Bei mir war es nicht das Loginfenster selbst, sondern der Seitenaufbau nach dem Login, also das Anzeigen der Inbox, welcher nicht mehr enden wollte…

    grz

  10. Matthias sagt:

    Das stimmt. SyncML stand auch damals schon zur Debatte. Allerdings war auch hier die Stabilität nicht 100%. Zudem war noch nicht klar welche Mobiltelefone schließlich genutzt werden sollen. Da schien ActiveSync die sichere Wahl zu sein. Hat sich auch durchaus gelohnt. Es gab keine Probleme mit den Mobiltelefonen (seit ca. 2,5 Jahren) und es werden neben Nokia E-Series auch Iphones und Blackberrys (mit Astra Sync) eingesetzt.

    Zu den langen Aufbauzeiten:
    Vielleicht liegt das auch ein wenig an der Installation von 1&1. Die haben eine paar kleine Änderungen vorgenommen. Im Ergebnis ist es aber dasselbe. Der externe Login ist schon langsam. Vor allem wenn man sieht, dass die Konkurrenz die gleichen Leistungsumfang mit schneller bereitstellen kann.

    Damals fand ich Communigate auch nicht schlecht. Die haben eine Community-Edition (10 User frei). Das ist allerdings ein gewaltiges Teil. Nicht umsonst sollen viele ISPs Kunden von denen sein.

  11. Patrick sagt:

    @Matthias
    Communigate kenn ich. Meine Firma setzt dies selbst ein, jedoch war mir unbekannt, dass es auch eine Community Version gibt – wäre also auch noch ein Kandidat.

    Ich habe mir vorgenommen auch noch Zimbra anzusehen; so wie es an der OpenExpo vorgestellt wurde, sieht es sehr interessant aus und bietet viele Goodies :)

  12. Matthias sagt:

    @Patrick

    http://www.communigate.com/community/default.html

    Scheinbar gibt es aber nur noch 5 Benutzer frei – entweder ich hab mich geirrt oder das wurde reduziert. Die Einrichtung über das Webinterface ist aber so eine Sache. Es ist sehr umfangreich und die Aufmachung entspricht nicht dem gewohnten Stil.
    Ich hatte damals auch sehr netten Kontakt zu den Leuten von Communigate – als Testversion lief die Community Edition und der Service hat meine Frage schnell und einfach beantwortet.

    Zimbra hab ich mir damals so gut wie gar nicht angeschaut. Eine Online-Demo glaube ich, aber das war es dann auch schon. Weshalb kann ich gar nicht mehr sagen.
    Bei Zimbra hat sich in letzter Zeit viel getan. Wobei die aktuellen Gerüchte über eine Veräußerung mich ein wenig verunsichern würden, wenn man ein langfristiges Projekt plant.

  13. Patrick sagt:

    @Matthias
    Schade nur 5 Benutzer, bin eigentlich sehr zufrieden mit der Pro Version welche wir selbst einsetzten in der Firma. Akutell würden 5 zwar noch reichen, jedoch möchte ich ein Konzept das längerfristig auch standhält.

    Wo hast du denn diese Gerüchte gehört / gelesen? Mir ist bis jetzt noch nichts zu Ohren gekommen, auch an der OpenExpo haben die Zimbra-Vertreter keine Anstalt von einem Verkauft gemacht…

    grz

  14. Matthias sagt:

    @Patrick
    Das stimmt 5 ist wirklich knapp – so was richtet man nicht eben mal schnell ein und dann festzustellen, dass man einen Benutzer mehr braucht.
    Die Gerüchte um Yahoo und Zimbra:
    http://www.golem.de/0909/69974.html
    http://tiny.cc/XYF6j

  15. Patrick sagt:

    @Matthias
    Diese Gerüchte klingen ziemlich glaubhaft… Wobei ich gespannt bin, was Google daraus machen würde…

  16. Arthur sagt:

    Also Zarafa ist deutlich einfacher zu installieren und schneller einzurichten. Selbst die freie Community-Version bietet die volle Exchange Active Sync Unterstützung zum Beispiel für das iPhone.
    Es gibt schon einen Wiki Eintrag:
    http://wiki.ubuntuusers.de/Baustelle/Zarafa_Server

  17. Patrick sagt:

    Patrick :

    @Betz Stefan
    Danke für den Hinweis, werd ich mir gerne mal genauer anschauen. Sieht auf den ersten Blick genau so aus, wie Exchange (von der Oberfläche auf jeden Fall).

    Kannst du ein paar Worte darüber verlieren?

    grz

    Wie gesagt ich werde mir auch Zarafa ansehen :)
    Da sind wir also nun bei Zarafa und Zimbra. Ihr hört garantiert noch von mir!

    grz

  18. Daniel sagt:

    Open-Xchange bietet mittlerweile auch nativen Active Sync Support, den Sync von Kontakten aus XING, FaceBook, LinkedIN und vielen anderen Social Sites und ist um Faktoren performanter als die Konkurrenz da es aus dem Hosting Umfeld kommt. Bei den großen Hostern wie 1&1 oder Netsol laufen auf einer Installation mehrere Millionen Benutzer, das sagt denke ich alles :-) )

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