Viren und Linux – Realität oder Unmöglichkeit?

Man hört immer wieder davon! Viren und Linux. Der eine sagt, das ist nicht möglich. Es gibt keine Viren für Linux. Der andere behauptet das Gegenteil.
Doch was stimmt nun? Der Autor der Seite news.jensbenecke.de kennt die Antwort auf die Frage, ob Linux User wirklich in Gefahr sind:
«Nein. Sind sie nicht. Es wird niemals solche Epidemien geben wie unter Windows» Er stützt seine Aussage dabei auf zwei sehr einleuchtende Gründe:
«1. Ein Virus braucht Schreibrechte innerhalb eines Systems 2. Der typische Linux-Benutzer ist wachsamer als der typische Windows-Benutzer.»
(Jens Becke, 14 Dezember, 2001)
Alles sehr plausible Gründe. Doch auch diese überzeugen nicht hundertprozentig! Besonders der zweite Grund stimmt immer weniger, da sich Linux mittlerweile schon extrem etabliert. Trend ist stark steigend. Ist Linux nun doch nicht der beste Virenschutz den es gibt? – Die Antwort ist nicht eindeutig! Es gibt zwar Viren für Linux. Jedoch noch nicht so zahlreich wie unter Windows. Das Ziel der Virenschreiber ist es möglichst viel zu zerstören, oder möglichst viele geheime Daten zu klauen. Da Linux aber nicht so verbreitet ist, und der Linux User der Umgang mit dem Computer meist besser vertraut ist, als einem normalen Windows User, lohnt es sich für Virenschreiber selten bis gar nicht!

Jedoch schützt sich Linux schon selbst. Die Lösung heißt: keine Root-Rechte. Wenn der infizierte User keine Root-Rechte besitzt, ist der Weg für einen Virus fast komplett verbaut. Als weitere Schutzmaßnahme kann man sich mit einem aktuellen Virenscanner wie zB. McAfee LinuxShield absichern. Wer sich nun noch eine Backup-Software zulegt, dem kann fast nichts mehr geschehen. Die einzige Chance, welche ein Virus dann noch hat, ist mittels eines Bug oder Exploits die Kontrolle über ein System zu erhalten.
Leider gab es in der Geschichte von Linux auch immer mal wieder schwerwiegende Bugs, auch wenn man diese gerne mal verdrängt oder weniger davon berichtet wird, wie unter Windows. Einer der bekanntesten und verheerendsten Bugs war unter dem Namen ptrace bekannt und stammt aus dem Jahre 2003. Er beinhaltete einen Fehler im Linux-Kernel, welcher einem User, und somit auch einem Virus, den Zugriff auf Daten erlaubte, für welche er gar keine Berechtigung besaß. In diesem Fall würde also nur noch ein Virenschutz helfen! Ein weiterer Virus, welcher seit 6 Jahren schon sein Unwesen treibt,heisst Rst-B. Der Virus ist schon älter, stellt aber laut SophosLabs™ immer noch eine Bedrohung dar! Insgesamt gehen 70% aller infizierten Computer auf diesen Virus zurück. Der Virus schliesst, mit Vorliebe Linux-Server, zu Botnetze zusammen und missbraucht diese dann für DDoS-Angriffe (endlose Anfragen an einen Server, welche zur Überlastung führen) oder für den Versand von Spam.
Unter dem Strich kann man sagen, dass man einen Virenschutz nicht so dringend benötigt wie unter Windows, er jedoch empfohlen wäre! Linux mit einem aktuellen Virenscanner ist für einen Virus eine unschlagbare Kombination.

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